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Imbiss 2004

Im Imbiss 2004 geht es darum das 3. Geschäftsjahr darzustellen. Dieses Jahr trägt SSc die Verantwortung für den Imbiss.

Neu:
In diesem Geschäftsjahr werden wir
  • unsere Buchhaltung mit dem Excel-Programm erstellen;
  • uns genauer mit dem Lager und seinen Gegebenheiten auseinander setzen und
  • die notwendigen Privatentnahmen vom Besitzer eines Imbisswagens näher betrachten.
Planung des Geschäftsjahres
Der Jahresbeginn mit
Das Lager mit
Der Jahresabschluss mit
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Die Planung des Geschäftsjahres

Bevor wir das Geschäftsjahr eröffnen, sollten wir unsere notwendigen Privatentnahmen kalkulieren und uns Gedanken zu unserer diesjährigen Unternehmensorganisation machen. Dabei sind mir folgende Dinge durch den Kopf gegangen:

Unternehmensorganisation

Die Unternehmensorganisation beschäftigt sich in diesem Geschäftsjahr mit der Lagerwirtschaft, der Preisgestaltung und dem Warentransport.
Wann und mit wie viel Ware sollte man das Lager im Monat bestücken?
Das Lager sollte alle zwei Monate mit durchschnittlich 2160 Würstchen (durchschnittlich Verkauf = 270 Würste/Woche) und 2080 Getränken bestückt werden.
Berechnung mit einem Durchschnittswert für Würste:
               45 Würste/Tag* 6 Tage die Woche = 270 Würste/Woche
               270 Würste/Woche* 4 Wochen im Monat = 1080 Würste/Monat
               1080 Würste/Monat* 2 = 2160 Würste in 2 Monaten
     
Dies sollte immer am letzten Arbeitstag im Monat gemacht werden, weil das Lager dann meist bis auf ein paar Restbestände leer ist. Und bevor wir von MIOS wieder kommen, könnte ein weiterer Mitarbeiter das Lager abtauen und reinigen. Danach könnte man das Lager wieder befüllen. Dadurch spart man eine Menge Zeit.
Wann sollte man eine Preiserhöhung der Waren vornehmen?
Eine Preiserhöhung wird vorgenommen,
  • wenn es durch die Konkurrenzsituation auf dem Markt erforderlich wird (außer man ist ein Monopol auf dem Markt).
  • wenn bei der Gewinn- und Verlustrechnung der einzelnen Waren der Aufwand höher ist als der Ertrag. Dann sollte die Ware ab nächsten Monat mit einem neu kalkulierten Verkaufspreis angeboten werden.

Welcher Warentransport ist der Günstigere?

Bei dem Transport der Waren, von MIOS (Großhandel) zum Lager und von dort zum Verkaufsstand, gibt es zwei Varianten.

  1. Der Transport mit einem eigenen Firmen-Pkw
    kostet monatlich ca. 35€ Benzin und etc. Dazu kommt im Jahr noch die Kfz-Steuer und -versicherung mit ca. 540€. Das sind zusammen 960€.
  2. Der Transport durch Fremdfirmen, z. Bsp. Taxi würde man 12 monatliche Einkäufe zu MIOS und zum Lager zurück 40€ + 40€. Dazu kommt noch jede der 52 Wochen der Transport vom Lager zum Stand a 25€. Das macht jährlich
    = 12*(40€+40€)+ 52*25€ = 960€+1300€ = 2.260€

Bevor man sich für eine Variante des Warentransports entscheidet, sollte man die dabei entstehenden Kosten miteinander vergleichen.

  Auto Fremdfirma
Einmalige Kosten 1.500€ -
Wöchentliche Kosten - 25€ - für den Transport vom Lager zum Stand
Monatliche Kosten 35€ - für Benzin 80€ - für den Weg zu MIOS und zum Lager zurück
Jährliche Kosten 540€ - für Steuern und Versicherung -
Gesamtkosten/ Jahr 960€ 2.260€

Die Privatentnahmen

Der Imbissbesitzer entnimmt Gelder aus seinem Unternehmen, um sich seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Aber Privatentnahmen müssen nicht nur Gelder sein, sondern können auch Erzeugnisse und Leistungen aus dem eigenen Unternehmen sein.
Für die notwendigen Privatentnahmen haben wir eine Aufstellung angefertigt.

Position Bezeichnung Betrag Wie oft im Jahr Gesamt
1. Krankenkasse 250,00€ 12 3000,00€
2. Miete 300,00€ 12 3600,00€
3. Lebensmittel 50,00€ 52 2600,00€
4. Taschengeld 50,00€ 12 600,00€
5. KfZ Versicherung und -steuer 540,00€ 1 540,00€
6. Fahrzeugkosten inkl. Tanken 35,00€ 12 420,00€
      = Summe 10.760,00€
    d.h. im Monat 896,67€

Schlussfolgerung: Der Unternehmer muss jeden Monat mindestens eine Privatentnahme von 1000€ tätigen, um seine Lebenshaltungskosten abdecken zu können. Denn es müssen auch die steigenden Kosten für Lebensmittel und etc. berücksichtigt werden.
Was passiert aber, wenn sein Gewinn dauerhaft niedriger ist als seine Privatentnahmen? Der Unternehmer bekommt Liquiditätsprobleme, da sein Geldvermögen immer weiter abnimmt und nach und nach aufgebraucht wird.

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Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2004

Eröffnungsbilanz zum 01.01.2004 in €
Aktiva Passiva
Anlagevermögen 3.269,00 Eigenkapital 8.798,00
Lager 4,20 Gewinn 12.178,18
Forderungen 337,00    
Bank 10.296,00    
Kasse 69,98    
Privatkonto 7.000,00    
Summe: 20.976,18   20.976,18

Nach der Planung für das Geschäftsjahr 2004, erstellen wir zunächst eine Eröffnungsbilanz. Diese ist identisch mit der Schlussbilanz des vorherigen Geschäftsjahres.



Die Eröffnungsbuchungen

Beleg Nr. Datum Vorgang Betrag in € Soll Haben
0001 01.01.03, Mi. Die Differenz von Gewinn und Verlust des Vorjahres wird dem Eigenkapital gut geschrieben 12.178,18 300 301
0002 01.01.03, Mi. Geldentnahme von Privatkonto 7.000,00 301 3011
Da das Finanzamt in der Bilanz den Gewinn extra ausgewiesen haben will, können wir diesen erst am Anfang des nächsten Geschäftsjahres mit dem Eigenkapital verrechnen. (siehe Beleg Nr. 0001) Diese Extraausweisung erfolgt, da auf den Gewinn die Steuern berechnet werden.
Die zweite Buchung ist für uns als Unternehmer wichtig. Da sehen wir auf einen Blick wie viel wir mehr Gewinn gemacht haben, als wir im Jahr entnommen haben.
Die Berechnung erfolgt in dem wir von dem erwirtschafteten Gewinn 2003 die Privatentnahmen 2003 abziehen und dadurch die Mehrung bzw. Minderung des Eigenkapitals erhalten. Das würde in unserem Beispiel folgender Maßen aussehen.
     12.178,18 Euro - 7.000,00 Euro = 5.178,18 Euro
     
Man kann sehen das wir unser Eigenkapital im Jahr 2003 um 5.178,18€ vermehrt haben.
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Das Lager

Die Rundungsfehler

Diese entstehen, weil wir beim Lagerpreis mit 3 Stellen nach dem Komma rechnen und Excel mit 13 Stellen. Dadurch entstehen Differenzen die sich über das Jahr summieren. Dazu 3 Fälle!

Bezeichnung/Fall Aufrunden Passt Abrunden
Bedingung Entnahmepreis > LP Entnahmepreis = LP Entnahmepreis < LP
Einkauf
von Stück
ergibt Lagerpreis
gerundet auf Entnahmepreis
255€
/ 501 Stk.
= 50,898Ct.
-> 51,000Ct.
255€
/ 500 Stk.
= 51,000Ct.
-> 51,000Ct.
232,96€
/ 501 Stk.
= 46,499Ct.
-> 46,000Ct.
Entnahme
von Stück
zu Entnahmepreis
ergibt Entnahmewert

499Stk.
* 0,51€
= 254,49€

490Stk.
* 0,51€
= 249,90€

495Stk.
* 0,46€
= 227,70€
Lagerkonto
mit der Restmenge
ergibt Preis/Stück
0,51€
/ 2Stk.
= 25,5Ct.
5,10€
/ 10Stk.
= 51,0Ct.
5,26€
/ 6 Stk.
= 87,7Ct.

Das Aufrunden

Beim Aufrunden des Lagerpreises kosten die letzten Getränke im Lager weniger als die Ersten.
Antwortsatz: Wir entnehmen die Getränke immer zu 51,000Ct., das ist aber 0,102Ct. höher als der tatsächliche Lagerpreis. Das heißt, wenn wir 499 Stück zu einem um 0,102Ct. höheren Preis entnehmen, erwirtschaften wir einen Gewinn von 50,898Ct. Das ist aber falsch, denn ein Lager darf keinen Gewinn erwirtschaften!

Es Passt

Wenn ein glatter Lagerpreis (ohne Kommastellen) vorliegt, dann müssen wir keine Lagerkorrektur vornehmen, da keine Rundungsfehler auftreten.
Antwortsatz: Hier entnehmen wir die Getränke zu einem Preis von 51,000Ct. Da dies dem tatsächlichen Lagerpreis entspricht, erwirtschaftet das Lager keinen Gewinn und auch keinen Verlust.

Das Abrunden

Beim Abrunden des Lagerpreises kosten die letzten Getränke mehr als die ersten, die dem Lager entnommen wurden.
Antwortsatz: Es werden die Getränke immer zu einem Preis von 46,000Ct. entnommen, das ist aber 0,499Ct. niedriger als der tatsächliche Lagerpreis. Das bedeutet, wenn wir 495 Stück zu einem um 0,499Ct. niedrigeren Preis entnehmen, erwirtschaften wir einen Verlust von 247,005Ct. Das ist aber nicht richtig, da das Lager keine Verluste erwirtschaften sollte.



Die Lagerkorrektur

Beleg Nr. Datum Vorgang Betrag in € Soll Haben
769 05.12.04, Sa. Korrektur der Rundungsfehler im Lager bei Wurst 0,10 601 22
770 05.12.04, Sa. Korrektur der Rundungsfehler im Lager bei Getränke 0,35 602 22

Eine Lagerkorrektur sollte durchgeführt werden, um die über das Jahr entstandenen Differenzen im Lager wieder auszugleichen. Bei uns würde sich empfehlen, vor einer Korrektur des Lagers, dieses komplett zu leeren und die restlichen Würstchen und Getränke an die Suppenküche zu verschenken. Dies würde dann als Aufwand gebucht werden.
Achtung! Dabei sollte man als Kaufmann aber darauf achten, dass am Ende des Geschäftsjahres nicht mehr so viele Würstchen und Getränke im Lager sind. Da man sonst vielleicht bald selber zu den Ärmeren gehört, wenn aus eigenem Fehlverhalten hohe Verluste drohen. Danach sollte das gesamte Lager gereinigt werden.



Der Lagerpreis

Der Lagerpreis wird benötigt für
  • Um mit Hilfe der aktuellen Menge, den Wert des Lagers ermitteln zu können. Z. Bsp. betrug am Jahresanfang die Menge der Getränke im Lager 10Stk. a 0,42Ct. Das entspricht einem Lagerwert von 4,20€. (siehe Eröffnungsbilanz)
  • und die Verteuerung/Verbilligung der Ware im Lager zu verhindern.
Die Formel zur Berechnung des Lagerpreises LP lautet:
LP = (n1 * EP1) + (n2 * EP2)
n1 + n2
Dabei haben in der Formel die Zeichen folgende Bedeutung:
  • EP = Einzelpreis, dass ist der Preis das ein Stück kostet.
  • n = Menge, die zum jeweiligen Einkauf bzw. Lagerbestand gehört.
  • LP = Lagerpreis der neuen Menge im Lager.


Aufgabe: Im Lager haben wir noch 50 Würste, diese kosten 0,23 Euro pro Stk. Wir möchten unser Lager um 100 Würste für 0,25 Euro das Stk. aufstocken. Da stellt sich mir die Frage, wie lautet der neue Preis für die Würste im Lager?
Skizze:
ibs043a.png

Formel:
LP = ((n1 * EP1) + (n2 * EP2) / (n1 + n2))

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Der Jahresabschluss

Der 13. Monat

Sind Buchungen die keinem Monat direkt zugeordnet werden können.
Dazu zählen unter anderem die Abschreibungen, die 1x im Jahr gemacht werden.


Die Gewinn -und Verlustrechnung zum 31.12.2004

Gewinn- und Verlustrechnung zum 31.12.2004
Aufwand Ertrag
Aufwand für Wurstwaren 5.987,38 € Erträge durch Bock- und Bratwurstverkauf 16.726,70 €
Aufwand für Getränke 5.295,20 € Erträge durch Getränke 7.872,40 €
Aufwand für Sonstiges (Brötchen, Abschreibungen, usw.) 6.079,85 €
Summe: 17.362,43 € Summe: 24.599,10 €

Das Geschäftsjahr ist vorbei. Da stellt sich mir die Frage, wie viel Gewinn habe ich erwirtschaftet. Um diese Frage beantworten zu können, schaue ich wie die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag ist.
Dabei ergibt sich folgende Darstellung der Geschäftslage von 2004:


Damit ergibt sich ein Gewinn von
= (24.599,10 - 17.362,43) € = 7.236,67 €

Das Gewinn- und Verlustkonto hat damit einen Wert von 7.236,67 € in der Bilanz.

Edit v1.000 from 2009-04-16 to 2009-04-16 by SSc

Schlussbilanz zum 31. Dezember 2004

Schlussbilanz zum 31.12.2004 in €
Aktiva Passiva
Anlagevermögen 3.225,14 Eigenkapital 13.976,18
Lager 1188,00 Gewinn 7.236,67
Bank 2.842,01    
Kasse 57,70    
Privatkonto 13.900,00    
Summe: 21.212,85 Summe: 21.212,85
Bei der Schlussbilanz fällt mir auf, dass ich keine offenen Forderungen mehr gegenüber meinen Lieferanten aus dem letzten Geschäftsjahr habe. Aber was negativ auffällt ist, dass ich in diesem Geschäftsjahr über meine Verhältnisse gelebt habe. Ich habe über das Jahr verteilt 13.900€ für private Zwecke aus dem Unternehmen entnommen, dass sind jeden Monat durchschnittlich 1158,33€.
Da ich aber bloß 896,67€ benötige, habe ich pro Monat 261,66€ zu viel entnommen. Das macht auf das Jahr gerechnet 3139,92€ die ich hätte einsparen können. Daher sollte ich mir Gedanken darüber machen, meinen Lebensstil im nächsten Jahr ein wenig runter zu schrauben, dass heißt meinen Vermögensverhältnissen anzupassen.


Auswertung des Geschäftsjahres

Jetzt schauen wir uns doch mal an, wie sich der Gewinn entwickelt hat. Dazu vergleichen wir die Entwicklung der einzelnen Aufwendungen und Erträge der vier Geschäftsjahre.

ibs044a.png Abb. 1b: Gewinn und Verlustrechnung für den Jahresabschluss
Mein Gewinn ist gegenüber dem Vorjahr gesunken und das obwohl meine Erträge im Bereich der Würstchen stark angestiegen sind. Aber durch die starken Umsatzeinbußen und dem gestiegenen Aufwand im Bereich der Getränke hebt sich dieses wieder gegeneinander auf. Daher sollte ich mir Gedanken machen, meine Getränke besser zu vermarkten oder den Lieferanten zu wechseln.

Vermeidbare Arbeiten

  • Überflüssige Geldbewegungen!
    Am Montag, dem 10.05.2004 um 8:30Uhr, habe ich Bargeld
    (Beleg 281 - 150€) von der Kasse auf mein Bankkonto eingezahlt. Eine Stunde später habe ich wieder Geld abgehoben
    (Beleg 282 - 500€), um meinen Einkauf bei MIOS bezahlen zu können. In dieser Zeit hätte man statt dessen eine Tasse Kaffee in einem Straßencafe trinken und den Leuten beim Spazieren zu sehen können. Denn die Geldbewegungen kosten Zeit und Geld, außer man will der Bank welche vormachen.
  • Routineeinkäufe!
    Wir haben am Montag, dem 10.05.2004, bei MIOS eingekauft (Beleg 282), obwohl das Lager noch ausreichend gefüllt war. Deshalb sollten wir im nächsten Jahr darauf achten, dass wir immer erst ins Lager schauen, bevor wir zu MIOS fahren.


Empfehlung

Am 31.12.2004, Silvester, sollten wir ca. 1 Stunde nach Mitternacht zu unserem Wagen gehen, denn am Neujahrstag wollen wir einen "überdurchschnittlichen" Umsatz machen. Damit wollen wir die Chance ergreifen, den Kundenwünschen nach heißen Würstchen und kalten Getränken zu entsprechen. Meine Schätzung des möglichen Umsatzes beläuft sich auf einen Verkauf von ca. 1.000 Würstchen und Getränken.